Projekte aus dem Landesverband

Jahrgang 2013/2014

Nach der Gedenkfeier am 12.02.2014 wurde vielen bewusst, dass die Kooperation des Johannisfriedhofs, der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. und der 88. Oberschule Dresden noch viele Jahre bestehen bleiben muss. Der Erfolg der 9. Klassen veranlasste die Schulleitung und die Lehrer dazu, dass ab sofort jede 9. Klasse dieses Projekt übernehmen und erweitern wird. Heute war nun der Zeitpunkt gekommen das Projekt an die nächste 9. Klasse zu übergeben. Dazu trafen sich alle 4 Klassen auf dem Johannisfriedhof um dort den „Staffelstab” zu übergeben.

Zum Abschluss des Projektes für die Aktuelle 9. Klasse, wurde außerdem die seit langem Vorbereitete Gedenktafel an der Kriegsgräberstätte auf dem Johannisfriedhof angebracht.

Sie gibt Auskunft über das Projekt und was an diesem Ort geschehen ist.

Anwesend waren neben einem Hochrangigem Vertreter des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., der Schulleiter der 88. Oberschule Dresden sowie Anita John und Nora Lang.
 

Im Folgenden werden die einzelnen Gruppen des neuen Jahrgangs mit ihren Ergebnissen vorgestellt:

Gruppe: ​​​​​​​Zeitzeugen

Ziel ist:

  • Gespräche und Interviews mit Zeitzeugen und die Zusammenfassung der Erkenntnisse.

Ergebnis:

Wir haben uns über die Zeitzeugen Frau Lang und Herrn Kannegießer informiert, sie befragt und wir haben uns über ihre Geschichten informiert. Somit war es uns möglich, viel Material zusammenzutragen.

  • Nora Lang
    Nora Lang erklärte sich am11.12.2013 bereit, uns (den 9. Klassen der 88. Oberschule Hosterwitz) Rede und Antwort zu stehen und uns ihre Sicht der Erlebnisse zu berichten. Sie war 9 Jahre alt, als der Luftangriff auf Dresden begann. Sie und ihre Familie hörten den Fliegeralarm und gingen in den Keller, als der erste Angriff kam. Als er vorbei war, rannte Nora Lang mit ihrer Familie zum Fetscherplatz, wo schon alles brannte. Ihre Eltern liefen nach Hause und ließen Frau Lang und ihre Geschwister dort, sie sollten warten. Ihre Eltern gingen zurück, um zu schauen, ob man noch was retten konnte. Die Nachbarin nahm Nora und ihre Geschwister mit. Als dann der zweite Angriff kam, versteckten sie sich in einem Keller. Als die Brandbomben fielen, rannten sie aus dem Keller, wo ihnen ein Feuersturm entgegen kam und versteckten sich unter einem LKW. Beim dritten Angriff waren sie im Keller der Dreikönigsschule, wo sich ein Lazarett befand. Nora Lang war eine von wenigen Glücklichen, die nach dem Bombenangriff ihre gesamte Familie wieder fand. Bis heute setzt sich Nora Lang für den Frieden ein.
  • Günter Kannegießer
    Der 13. Februar 1945 ist in das Gedächtnis der Dresdner als schrecklicher Tag eingegangen. Günter Kannegießer ist immer wieder gern bereit, seine Erinnerungen zu teilen. Er sucht das Gespräch mit anderen Zeitzeugen, nimmt an Treffen von Friedensaktivisten teil und erhält gute Kontakte zu allerlei Menschen. Als Zeitzeuge erzählt er über den traurigsten Tag der Dresdner Geschichte und setzt sich in erster Linie gegen den Krieg und die politische Beeinflussung des 13. Februars ein. Er war 14 Jahre alt, als der tragische Angriff stattfand und seine Mutter und seinen Bruder von ihm riss. Er konnte nur knapp den drei Bombenangriffen entkommen, indem er sich in einer alten Flakstellung versteckte.

Gruppe: Infotafel

Ziel ist:

  • Gestalten einer Infotafel, welche vor der Kriegsgräberstätte auf dem Johannisfriedhof aufgestellt werden soll.

Gruppe: Geschichte der Kriegsgräberstätte

Ziel ist: 

  • Recherchieren in alten Archiven.

Ergebnis:

  • Geschichte der Kriegsgräberstätte des Johannisfriedhofs Dresden

    Schon im Jahre 1938 wurde von der Dresdner Stadtverwaltung eine Anfrage gestellt, ob Flächen für zukünftige Massenbestattung auf dem Johannisfriedhof vorhanden sind. Am 1. September 1939 begann schließlich der 2. Weltkrieg. Sechs Jahre später kam die Zerstörung des Krieges auch nach Dresden. Die amerikanischen und englischen Bomber zerstörten weite Teile der Stadt, wobei circa 25000 Menschen ums Leben kamen. Etwa 3600 Opfer des Angriffs, überwiegend aus den Stadtteilen Striesen und Johannstadt, wurden auf den Johannisfriedhof gebracht, dort in einem provisorisch aufgestellten Bauwagen registriert und schließlich bestattet. Aufgrund der Vielzahl der Opfer wurden die Leichname in der Grabgrube übereinander geschichtet und nur eine 60 cm dünne Schicht Mutterboden aufgetragen, statt wie gewöhnlich circa 180 cm.

    In den ersten Jahren zierte die Grabstätte ein schlichtes Holzkreuz von 6 Metern Höhe. Ebenso wurden viele individuelle Grabsteine auf dem Ehrenhain aufgestellt. Über die Zeit reichten jedoch immer mehr Besucher Klagen ein, in denen sie sich über den schlechten Pflegezustand der Kriegsgräberstätte beschwerten. Im Jahre 1958 wurde der Bau eines neuen Schöpfbrunnens genehmigt, welcher aber erst 1965 fertiggestellt wurde, da das Baumaterial in dieser Zeit sehr knapp war. Diese Maßnahme war Teil einer umfangreichen Umgestaltung. Die privaten Grabsteine wurden 1971 entfernt, anstelle des Holzkreuzes eines aus Sandstein aufgestellt und vier einheitliche geometrische Grünflächen angelegt. Auf die schlichten Grabflächen pflanzte man junge Bäume. Später wurden Symbolkreuze auf den Grabfeldern aufgestellt. So erhielt der Ehrenhain einen schlichten und würdigen Charakter, den er bis zum heutigen Tage beibehalten hat.

    Noch immer werden auf dem Johannisfriedhof Opfer des Bombenangriffs vom 13/14. Februar 1945 bestattet, welche bei Spontanfunden in Dresden geborgen werden. So erhöht sich die Zahl der im Ehrenhain bestatteten Kriegsopfer Jahr um Jahr.

Gruppe: Straßenzüge - Früher und heute

Ziel ist: 

  • Gab es früher Straßen in Dresden, die es heute nicht mehr gibt?
  • Welche Straßenzüge sind neu entstanden und welche wurden am 13. Februar 1945 dem Erdboden gleich gemacht?

Gruppe: Gedenkfeier zum 13. Februar 2014

Ziel ist:

  • Organisieren der Gedenkfeier am 12. Februar 2014 auf dem Johannisfriedhof Dresden.

Gruppe: Projekttagebuch

Ziel ist:

  • Dokumentation des gesamten Projektablaufes

Ergebnis:

Gruppe: Internetpräsenz

Ziel ist: 

  • Gestalten, Einbinden und Veröffentlichung der Arbeitsergebnisse auf der Seite des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V.

Außerdem: Folgt den Geschehnissen auf Facebook →

 

Gruppe: Bauwagen

Ziel ist:

  • Gestalten eines Bauwagens, welcher sich in den Tagen nach dem Angriff auf dem Johannisfriedhof befand und in dem alle Kriegstoten vor der Bestattung registriert wurden.

Gruppe: Grabsteinbergung

Ziel ist:

  • Bergen von vergessenen Grabsteinen, welche auf dem Johannisfriedhof zwischen Büschen und Sträuchern verstreut liegen.
  • Ergebnis:
    Wir fanden ca. 140 Grabsteine von Kriegstoten verstreut im Wald und haben herausgefunden, dass sie nach den dramatischen Ereignissen von 1945 vorerst auf den Einzelgräbern der Verstorbenen auf der Kriegsgräberstätte standen. In den 1970er Jahren wurden sie nach und nach in den Wald geworfen und vergessen.

    Unser Ziel ist es, dass wir den Vergessenen wieder Aufmerksamkeit schenken wollen.

    Es soll ein Denkmal werden, weil die betroffenen Familienmitglieder wissen sollen, dass die Opfer der Bombardierung Dresdens nie vergessen werden. Ebenfalls wollen wir, dass die Leute, die zur Kriegsgräberstätte kommen, auf dieser keine Freizeitaktivitäten durchführen. Diese Stätte ist ein Ort zum Gedenken an die Gefallenen.

Gruppe: Geocaching

Ziel ist: 

  • Anlegen eines Geocaches auf der Kriegsgräberstätte.

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