Organisation des Landesverbandes Sachsen

Der Landesvorstand

Die Mitglieder des Landesvorstandes werden im Rahmen von regelmäßigen Landesverbandstagen durch die Mitglieder des Landesverbandes gewählt. Die letzten Wahlen fanden am 30. April 2022 in Dresden statt, nachdem der Landesverbandstag aufgrund der Corona-Pandemie zuvor mehrfach verschoben werden musste.

Der Landesvorstand trifft sich normalerweise zu zwei Sitzungen im Jahr, bei Bedarf auch öfter. Der geschäftsführende Landesvorstand kann zwischen den regulären Vorstandssitzungen tagen und dabei auch kurzfristig einberufen werden, um besonders dringliche Entscheidungen zu treffen. Zum Gesamtvorstand gehören die Mitglieder des geschäftsführenden Landesvorstands und zusätzlich vier gewählte Beisitzer, Vertreter der Gliederungen sowie kooptierte Mitglieder, die beratend mitwirken. Der Landesgeschäftsführer nimmt an allen Vorstandstagungen ohne eigenes Stimmrecht teil.

Andrea Dombois Landesvorsitzende

    Am 20. Januar 2018 wurde ich erstmalig in das Amt der Landesvorsitzenden des Landesverbandes Sachsen im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. gewählt. Am 30. April 2022 erhielt ich wiederum das Vertrauen an der Landesspitze des Volksbundes zu stehen. Meiner Entscheidung dieses Ehrenamt zu begleiten waren zahlreiche Veranstaltungen vorangegangen, die ich in meiner Funktion als 1. Vizepräsidentin des Sächsischen Landtages wahrnehmen durfte.

    Beeindruckend für mich sind die Begegnungen mit den Hinterbliebenen von Kriegstoten und Familien, die ihre Angehörigen durch Gewaltherrschaft verloren haben. Diesen Familien sind wir eine Aufarbeitung der Vergangenheit sowie das Gedenken an die Opfer lebendig zu halten schuldig.

    Kriegsgräberstätten aller Nationen sollen ein Beitrag zur Versöhnung zwischen den Völkern sein. Sie sind zugleich Stätten der Besinnung im Blick auf die noch immer stattfindenden Kriege und gewaltsamen politischen Lösungen in der Welt. Dabei ist mir das Vermitteln unserer Arbeit an die jüngere Generation eine Herzensangelegenheit. Sie werden unsere Zukunft gestalten. Wer sich mit der Vergangenheit auseinandersetzt, wird es zu schätzen wissen, in Frieden und Freiheit zu leben und seinen Beitrag dazu leisten.

    Dr. Jens Baumann Stellv. Vorsitzender, Beauftragter für Vertriebene und Spätaussiedler in Sachsen
      Oberst Klaus Werner Finck Stellv. Vorsitzender, Kommandeur des Landeskommandos Sachsen
        Prof. Dr. Ulrich Fröschle Stellv. Vorsitzender, Professor für Germanistik, TU Dresden

          Kriege brachten und bringen Leid und Unglück über Staaten, Völker und Familien. Zwei meiner Urgroßväter sind im Ersten Weltkrieg in Frankreich gefallen, einer meiner Großväter überlebte den Zweiten Weltkrieg in russischer Kriegsgefangenschaft. Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. ist eine der ältesten bürgerschaftlichen Hilfsorganisationen in Deutschland – mit seiner Tätigkeit und seinem Motto heute, "Versöhnung über den Gräbern" anzustreben, finde ich hier eine der sinnvollsten Möglichkeiten ehrenamtlichen Einsatzes. Es gilt nach wie vor, den Gefallenen und Verschollenen der Kriege Ruhestätten und Erinnerungsorte zu schaffen, den Lebenden ein Gedenken zu ermöglichen, über den Gräbern und Konflikten der Vergangenheit in tätiger Jugendarbeit die historischen Gräben zu überwinden.

          Rolf Leitsmann Schatzmeister

            "1943 im Krieg geboren, im Krieg aus Glogau vertrieben, und die nachfolgenden schweren Jahre prägten die Einstellung zu Armut, Demut, Fleiß, Wohlstand und Übermut. Der erreichte hohe Wohlstand und die lange Friedensperiode verleiten dazu, unangenehme Lasten der Vergangenheit auszublenden. Es ist wichtig, auch die nachfolgenden Generationen für das ehrende Gedenken und die Folgen von Krieg und Vertreibung zu interessieren, um das Vergessen auszuschließen. Vor allem in Ostdeutschland, wo die gewollte Aussöhnung mit den östlichen Nachbarländern sowie das Gedenken an die Gefallenen verklärt wurden, fühle ich mich hier besonders dem Leitgedanken der Versöhnung über den Gräbern als ehrenamtliches Mitglied im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge als Landesschatzmeister verpflichtet und will an dessen Umsetzung aktiv mitwirken."

            Jan Elßner Stellv. Schatzmeister

              "Während der internationalen Jugendbegegnungen des Volksbundes schließen junge Menschen aus ganz Europa oft Freundschaften, die weit über die Campzeit hinaus reichen. Dass das nicht immer so selbstverständlich war, machen die Lebensdaten der gefallenen Soldaten auf den gemeinsam gepflegten Kriegsgräberstätten klar. Oft wurden diese nicht einmal älter als die Teilnehmenden der Jugendbegegnungen selbst. Das bewegt mich jedes Mal aufs Neue. Da ich mich dem Volksbund und seiner Arbeit sehr verbunden fühle, freue ich mich auf unsere gemeinsame Arbeit für den Landesverband Sachsen."

              KptLt a. D. Olaf Gawron Beisitzer, Bundeswehrbeauftragter
              Hans-Joachim Klaudius Beisitzer, Zahnarzt, Lokalpolitiker
                Dr. Erik Lommatzsch Beisitzer, Historiker, Publizist
                  Jens Nagel Beisitzer, Gedenkstättenleiter Ehrenhain Zeithain
                    Maria Handrick JAK-Sprecherin

                      "Der große zeitliche Abstand zu den beiden Weltkriegen, sorgt dafür, dass nur noch sehr wenige jungen Menschen eine persönliche Beziehung zu den Vorkommnissen in dieser Zeit haben. Schließlich handelt es dabei, um die Generation ihrer Urgroßväter und die Thematik taucht in ihrem Leben eigentlich nur noch theoretisch im Geschichtsunterricht auf.
                      Die Jugendarbeit des Volksbundes stellt, durch die internationalen Jugendbegegnungen und den Jugendarbeitskreis, eine Möglichkeit dar geschichtliche Themen mit Leben zu füllen. Der pädagogische Ausgangspunkt des Kriegsgrabes ermöglicht es den zahllosen Opfern dieser Kriege Gesichter zu verleihen und damit gegen ein Vergessen und  gegen eine Banalisierung des momentan herrschenden Friedens innerhalb von Europa anzuarbeiten. In meiner Funktion als Sprecherin des Jugendarbeitskreises möchte ich dafür sorgen, dass dieses qualitativ hochwertige pädagogische Angebot erhalten bleibt und im Sinne der Jugend weiterentwickelt wird, um jungen Menschen auch weiterhin diese Möglichkeiten zu geben."

                      Landrat Bernd Lange Vorsitzender des Kreisverbandes Görlitz
                        Stefan Skora, Oberbürgermeister a. D. Regionalverband Hoyerswerda-Elsterheide
                          Jens Lehmann, MdB Vorsitzender des Stadtverbandes Leipzig

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