Projekte aus dem Landesverband

75 Jahre Kriegsende in Europa

Stilles Gedenken und Erinnern in Sachsen von Leipzig und Taucha bis Weißwasser und Görlitz
Als erstes freies Blatt – ohne NS-Propaganda – konnten die Aachener Nachrichten die bedingungslose Kapitulation am 8. Mai 1945 vermelden. Außer den Aachener Nachrichten verkündeten von Deutschlands Zeitungen an diesem Tag nur noch die Flensburger Nachrichten die Kapitulation. (Quelle: wikipedia.org)

Als erstes freies Blatt – ohne NS-Propaganda – konnten die Aachener Nachrichten die bedingungslose Kapitulation am 8. Mai 1945 vermelden. Außer den Aachener Nachrichten verkündeten von Deutschlands Zeitungen an diesem Tag nur noch die Flensburger Nachrichten die Kapitulation. (Quelle: wikipedia.org) wikipedia.org, CC BY 3.0-Lizenz

Der 75. Jahrestag des Kriegsendes in Europa fand weitgehend ohne öffentliche Veranstaltungen, jedenfalls jedoch ohne breites Publikum, statt. Dennoch hat der Landesverband Sachsen landesweit an dieses wichtige Ereignis erinnert. Die haupt- und insbesondere die zahlreichen ehrenamtlichen Mitarbeiter waren von Leipzig bis Görlitz auf Kriegsgräber- und Gedenkstätten sowie an symbolträchtigen Orten unterwegs, um aller Opfer des Zweiten Weltkriegs und der Gewaltherrschaften zu gedenken und ein Zeichen für eine friedliche Zukunft zu setzen.


Einige Eindrücke des dezentralen stillen Gedenkens in Sachsen haben wir gesammelt und an dieser Stelle auf unserer Homepage veröffentlicht. Auch über Instagram haben wir verschiedene Berichte und Bilder verbreitet, die weiterhin nachgelesen werden können: @volksbund_sachsen.

Leipzig

Jens Lehmann MdB und Dr. Günther Schmidt, Vorsitzender bzw. stellv. Vorsitzender des Stadtverbandes Leipzig, haben am 8. Mai 2020 zum Gedenken an die Kriegstoten einen Handstrauß auf dem Ostfriedhof niedergelegt.

Gerade noch rechtzeitig durfte der Geschichts-LK 11 des Geschwister-Scholl-Gymnasiums Taucha zurück in die Schule, um sich am stillen Gedenken zum 75. Jahrestag der Befreiung zu beteiligen. Die Schülerinnen und Schüler legten weiße Rosen nieder. Weiße Rosen gelten als Symbol des Friedens und sind gleichzeitig Symbol der Schule.

Ein Teil des Kurses begab sich zusammen mit der Schulleiterin zum Denkmal am Kleinen Schöppenteich im Stadtzentrum, die anderen gedachten der Opfer des Zweiten Weltkriegs und des Nationalsozialismus an den Kriegsgräbern auf dem Tauchaer Friedhof. Natürlich immer mit dem nötigen Abstand.

Torgau

Torgau wurde im Zweiten Weltkrieg endgültig zum Zentrum der Wehrmachtjustiz, als das Reichskriegsgericht 1943 seinen Sitz hierher verlegte. Bereits seit 1936 befand sich mit dem Fort Zinna ein Wehrmachtsgefängnis in der Stadt, im August 1939 kam mit dem Gefängnis Brückenkopf ein weiteres hinzu. Die NS-Militärjustiz verurteilte über eine Million Wehrmachtsangehörige, davon 30.000 zum Tode. Die Urteile widersprachen rechtsstaatlichen Grundsätzen, eine Rehabilitierung erfolgte dennoch erst 2009. Neben der Stiftung Sächsische Gedenkstätten, vertreten durch ihre Vorsitzende, Kulturministerin Barbara Klepsch, beteiligte sich auch der Landesverband Sachsen an den Gedenkfeierlichkeiten mit Kranzniederlegung.

Landkreis Meißen: Ehrenhain Zeithain und Nünchritz (2)

Limbach-Oberfrohna

Freiberg

Auf diesen beiden Friedhöfen sind normalerweise die deutschen und russischen Teilnehmer unserer Schülerbegegnung Freiberg - Tambov aktiv. Eigentlich hatten wir vor, im Herbst zusammen mit dem Geschwister-Scholl-Gymnasium Freiberg den nächsten Austausch zu starten. Leider müssen wir uns nun aber wohl bis 2021 gedulden.

Dresden: Johannisfriedhof

Auf dem sowjetischen Gedenkstein auf dem Dresdner Johannisfriedhof steht unter einem roten Stern in russischer Sprache: ,,Hier ruhen sowjetische Bürger, 1942-1945, 66 Menschen'' Doch die Identität der hier Bestatteten ist zum Teil bis heute nicht geklärt, da die Unterlagen des Johannisfriedhofs bei den Bombenangriffen auf Dresden am 13./14. Februar 1945 verbrannten. Ausführlichere Informationen hierzu bietet u. a. eine Infotafel, die von Schülern der 88. Oberschule Dresden in Zusammenarbeit mit dem Volksbund und der Stiftung Sächsische Gedenkstätten erarbeitet und aufgestellt wurde. Die Jugendlichen haben auch den Toten ihre Namen zurückgegeben, indem sie diese auf Tonziegel gebrannt haben, die nun den kleinen Gedenkplatz umrahmen.

Königsbrück (2) und Schmorkau (2)

Auf dem so genannten „Gefangenenfriedhof" in Königsbrück gibt es Gräber für russische, französische, belgische, und serbische Soldaten - Kriegsgefangene des Ersten Weltkriegs. Nach Auskunft der Dokumentationsstelle Dresden der Stiftung Sächsische Gedenkstätten wurden hier auch sowjetische Kriegsgefangene des Zweiten Weltkrieges aus dem nahe gelegenen Lazarett in Schmorkau beerdigt. Dort wiederum befindet sich eine weitere Kriegsgräberstätte mit Einzel- und Sammelgräbern für 300 sowjetische Kriegsopfer, darunter Zwangsarbeiter und in der Umgebung gefallene, in Lazaretten oder in Ausübung ihres Dienstes verstorbene sowjetische Soldaten und Offiziere.

Bautzen

Hochkirch (2), Kottmarsdorf (2) und Spitzkunnersdorf

Eindrücke aus der Oberlausitz von Jan Elßner, stellv. Landesschatzmeister

Weißwasser

Volksbundmitglied Uwe Mühle legte zwei Blumensträuße auf der sowjetischen und deutschen Kriegsgräberstätte nieder. In Weißwasser verbindet ein Gedenkpfad beide Stätten miteinander.

Görlitz: Deutsch-polnisches Gedenken auf der Altstadtbrücke trotz geschlossener Grenze (3) sowie auf dem Städtischen Friedhof und in Rauschwalde

Nachdem am frühen Nachmittag im Stadtgebiet mit einem Glockenläuten an die Ereignisse vor 75 Jahren gedacht wurde, kamen die Stadtoberhäupter der Europastadt Görlitz/Zgorzelec sowie Michael Kretschmer, Ministerpräsident des Freistaates Sachsen, und Cezary Przybylski, Marschall der Wojewodschaft Niederschlesien, auf der Altstadtbrücke zusammen. Begleitet von Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Kirche wurde gemeinsam als Europastadt Görlitz/Zgorzelec ein Zeichen für die Bedeutung des deutsch-polnischen Zusammenlebens gesetzt und gemeinsam an das Ende des Zweiten Weltkrieges in Europa gedacht. 75 weiße und 75 rote Rosen wurden in Erinnerung an die Opfer des Zweiten Weltkrieges in den Grenzzaun, der gegenwärtig aufgrund der Corona-Pandemie errichtet wurde, gesteckt.

Zuvor bzw. im Anschluss fanden die stillen Gedenkveranstaltungen mit Kranzniederlegungen in Rauschwalde und auf dem Städtischen Friedhof statt.

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