Meldungen aus dem Landesverband Sachsen

Schüler gestalten Einbettungszeremonie für Kriegstote

18 Kriegstote, die in Dresden im Bereich Großenhainer Straße gefunden worden waren, wurden nun auf dem Johannisfriedhof würdig beigesetzt.

Einbettung auf dem Johannisfriedhof Dresden

Einbettung auf dem Johannisfriedhof Dresden Carsten Riedel, LV Sachsen

Seit 2013 engagieren sich die Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen der 88. Oberschule „Am Pillnitzer Elbhang“ im Laufe des jeweiligen Schuljahres für den Erhalt und eine würdevolle Gestaltung der Kriegsgräber und weiteren Gedenkorte auf dem Johannisfriedhof im Dresdner Stadtteil Tolkewitz. Darüber hinaus sind sie regelmäßig an der Gestaltung von Gedenkfeiern auf dem Friedhof maßgeblich beteiligt.

Am heutigen Dienstag bot sich hierfür ein besonderer Anlass: die Beisetzung von 14 Särgen mit insgesamt 18 Kriegstoten am Rande des sogenannten Ehrenhains, einem Gräberfeld für über 3.700 Luftkriegsopfer. Die nun beigesetzten Toten wurden in jüngerer Vergangenheit in der Dresdner Neustadt geborgen. Bei der Auffundstelle handelt es sich um ein ehemaliges Fabrikgelände. Insbesondere bei Bauarbeiten werden in der gesamten Region noch immer regelmäßig Gebeine von Kriegsopfern eher zufällig gefunden. 

Fünf Schülerinnen und Schüler hatten während des letzten Projekttages kurz vor den Herbstferien ein würdevolles Rahmenprogramm für die Zeremonie zusammengestellt, hierfür Redebeiträge verfasst sowie Gedichte und Musikstücke ausgesucht. Zum Glück hörte der Dauerregen noch rechtzeitig auf, sodass die Jugendlichen ihre Programmpunkte am heutigen Vormittag wie geplant umsetzen konnten. Nach dem Verlesen des Totengedenkens platzierten sie zum Abschluss noch 14 Grablichter an den Symbolkreuzen auf dem Gräberfeld zur Erinnerung an alle Kriegsopfer, die in diesem Bereich ihre letzte Ruhestätte gefunden haben.

Die Einbettung von Kriegstoten ist immer ein außergewöhnlicher Höhepunkt im Laufe eines Projektjahres, der für die Schülerinnen und Schüler besonders prägend ist. Die schrecklichen Folgen des von der nationalsozialistischen Diktatur verursachten Zweiten Weltkrieges sind plötzlich konkret und unmittelbar greifbar. Die Beisetzung der Kriegsopfer auch mehr als 75 Jahre  nach Kriegsende und der dauerhafte Erhalt ihrer Gräber sind dabei Ausdruck des Gedenkens an alle Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft und gleichzeitig Mahnung zum Frieden.

Text: Carsten Riedel
 

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