Manchmal beginnt ein besonderes Abenteuer mit einer einfachen Idee — Menschen zusammenzubringen, die gemeinsame Erinnerungen, Werte und Neugier teilen. Genau daraus entstand diese Reise nach Rumänien.
In der Tradition vieler Alumni-Projekte im Umfeld engagierter Mitglieder des Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge steht auch bei dieser Reise die Begegnung im Mittelpunkt: die Erkundung der Kriegsgräberstätten des Volksbundes, das Kennenlernen der Kultur des Gastlandes sowie der Austausch mit den Menschen vor Ort.
Auf Initiative des BJAK-Vorsitzenden Dominic hat sich eine kleine Gruppe von Alumni im Alter zwischen 30 und 50 Jahren aus allen Teilen Deutschlands zusammengefunden, um gemeinsam Rumänien zu entdecken. Unsere Reise führt uns nach Brașov — dem historischen Kronstadt in Siebenbürgen — mit seinem beeindruckenden kulturellen Erbe, weiter zum berühmten Schloss Bran, das viele als „Draculas Schloss“ kennen, und schließlich in die rumänische Hauptstadt Bukarest.
Was uns in den kommenden Tagen erwartet? Spannende Begegnungen, bewegende Geschichten, historische Orte und viele gemeinsame Erlebnisse. Begleitet uns auf dieser Reise durch Geschichte, Kultur und Freundschaft — wir freuen uns darauf, unsere Eindrücke hier im Reiseblog zu teilen.
Reiseblog – 10. Mai 2026
Brașov/Kronstadt – eine deutsche Stadt? Eine europäische Stadt!
Nach der Anreise am Vorabend begann unser erster voller Tag in Rumänien mit der Erkundung von Brașov – dem historischen Kronstadt im Herzen Siebenbürgens. Schon nach den ersten Schritten durch die Altstadt stellte sich die Frage: Ist Kronstadt eine deutsche Stadt? Oder vielmehr eine europäische Stadt mit einem einzigartigen kulturellen Erbe?
Unser erstes Ziel war der deutsche Friedhof der Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkrieges. Die Anlage befindet sich in einem sehr guten Zustand; erst vor Kurzem wurde die Umfassungsmauer erneuert. Zwischen gepflegten Gräbern und stillen Wegen wurde deutlich, wie lebendig die Erinnerungskultur des Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge auch fern der Heimat ist. Der Ort strahlt Ruhe und Würde aus und lädt zum Innehalten ein. Kriegsgräberstätte: Brasov - Bau, Pflege und Instandsetzung | Volksbund.de
Anschließend führte uns unser Weg auf den Marktplatz der Altstadt. Dort fand anlässlich des Europatages am 8. Mai ein kleines Fest statt. Bei strahlendem Sonnenschein bot das Kulturprogramm eine beeindruckende Vielfalt: moderne Popsongs wechselten sich mit traditionellen Volkstänzen ab, und sogar Beiträge in deutscher Sprache waren zu hören. Überall wehten Europaflaggen – ein sichtbares Zeichen dafür, wie sehr sich hier Geschichte, Kultur und europäische Identität begegnen.
Beim Spaziergang durch die pittoreske Altstadt entdeckten wir immer wieder Spuren des deutschen Erbes der Region. Die mittelalterlichen Befestigungsanlagen, enge Gassen und farbenfrohen Häuser verliehen der Stadt ein ganz besonderes Flair. Von zahlreichen Aussichtspunkten bot sich ein wunderbarer Blick auf die berühmte Schwarze Kirche – eines der bedeutendsten Bauwerke der Reformation in Siebenbürgen. Besonders beeindruckend war die Gedenktafel für die gefallenen Söhne des Weltkrieges, die eindrucksvoll an die deutsche Geschichte Kronstadts erinnert. Auch die vielen Wegweiser in deutscher und englischer Sprache zeigten, wie präsent dieses kulturelle Erbe bis heute geblieben ist.
Am Nachmittag führte uns unser Weg hinauf zum bekannten Brașov-Schriftzug oberhalb der Stadt. Der anspruchsvolle Wanderweg verlangte der Gruppe einiges ab: Rund 500 Höhenmeter lagen vor uns. Doch die Mühe wurde belohnt. Oben angekommen bot sich ein atemberaubender Blick über die Dächer von Brașov und die umliegenden Gebirgslandschaften der Karpaten.
So neigte sich unser erster Tag in Rumänien langsam dem Ende entgegen – voller neuer Eindrücke, bewegender Geschichte und faszinierender Ausblicke. Kronstadt zeigte sich uns nicht nur als Stadt mit deutschem Erbe, sondern vor allem als lebendige europäische Stadt zwischen Vergangenheit und Gegenwart.