Im Juli fand erneut das traditionelle internationale Workcamp des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge an den Kriegsgräberstätten Costermano und Cassino in Italien statt. Zwei Wochen lang arbeiteten Jugendliche des Monte-Cassino-Gymnasiums aus Stettin gemeinsam mit Teilnehmenden aus Deutschland auf den Kriegsgräberstätten und setzten sich intensiv mit der Geschichte des Zweiten Weltkriegs auseinander.
„Es ist immer wieder beeindruckend, wie Geschichte an diesen Orten lebendig wird“, sagt Campleiter Dominic Lagoski. Besonders auf der Kriegsgräberstätte Caira bei Cassino zogen die Jugendlichen in deutsch-polnischen Teams die Inschriften der Grabsteine nach. Viele zeigten sich bewegt, als sie feststellten, dass zahlreiche Gefallene kaum älter waren als sie selbst.
Den Abschluss bildete eine gemeinsame Gedenkveranstaltung für die Opfer der Weltkriege. Zahlreiche Gäste nahmen daran teil, darunter Vertreter der Polnischen Botschaft, der Bundeswehr, die derzeit einen Pflegeeinsatz in Cassino durchführt, der Monte-Cassino-Stiftung sowie weiterer Partner und Institutionen. Gemeinsam setzten sie mit den Jugendlichen ein Zeichen für Frieden, Versöhnung und die Bedeutung internationaler Erinnerungsarbeit.
Neben den deutschen Kriegsgräberstätten besuchte die Gruppe auch den polnischen Soldatenfriedhof am Monte Cassino sowie den Commonwealth War Cemetery. Ein besonderer Höhepunkt war der Besuch der amerikanischen Kriegsgräberstätte in Anzio, wo die Jugendlichen die besondere Ehre hatten, unter Anleitung des Superintendenten die amerikanische Flagge einzuholen und zu falten.
Auch die gemeinsame Freizeit kam nicht zu kurz. Ausflüge nach Rom, Verona, Sorrent, Gaeta und an den Gardasee sowie die anspruchsvolle Wanderung über die historische Cavendish Road durch das ehemalige Schlachtfeld des Monte Cassino machten Geschichte unmittelbar erlebbar. Vom Hügel 593 bot sich den Teilnehmenden ein beeindruckender Blick über die einst hart umkämpfte Landschaft.
Die Jugendbegegnung zeigte erneut, wie wichtig internationale Begegnungen sind. Gemeinsames Arbeiten, historisches Lernen und der Austausch über Ländergrenzen hinweg leisten einen wertvollen Beitrag zu Verständigung und Frieden in Europa.
Text: Dominic Lagoski