Meldungen aus dem Landesverband

Ehrung für Einsatztote der Bundeswehr in Leubsdorf/ Erzgebirge

Die vergangenen 20 Jahre der deutschen Militärgeschichte waren vor allem vom Einsatz in Afghanistan geprägt.

Was 2002 in einem eher freundlichen Umfeld begann, entwickelte sich zu einem militärischen Einsatz, den man seit 2011 "Krieg" nannte. Er forderte zahlreiche Verluste unter den deutschen und verbündeten Einsatzkräften. Conrad Hötzel ist einer davon.

Grabstätte Conrad Hötzel - Ehrengrab der Bundeswehr

Grabstätte Conrad Hötzel - Ehrengrab der Bundeswehr LV Sachsen / Dr. Dirk Reitz

Gedenken an den Hauptgefreiten Conrad Hötzel

Am 13. Juli 2021 wäre Conrad Hötzel 34 Jahre alt geworden – wäre … . Doch am 14. März 2009 endete sein junges Leben in Afghanistan mit 23 Jahren.

Um seiner zu gedenken, versammelten sich am Ehrengrab der Bundeswehr auf dem Gemeindefriedhof in Leubsdorf Vertreter von Bundeswehr und Volksbund zu einer kleinen, aber würdigen Gedenkzeremonie für den Toten.

Der Hauptgefreite Conrad Hötzel diente im Marienberger Panzergrenadierbataillon 371, das mit einer Abordnung von zwei Mann Präsenz zeigte.

Der stellvertretende Kommandeur der Panzergrenadierbrigade 37 aus Frankenberg, Oberst Beiser, ordnete den Einsatz der Bundeswehr in die jüngere deutsche Militärgeschichte ein, die über 20 Jahre von den Erfahrungen der Truppe im Einsatz am Hindukusch geprägt ist.

Dass der Tod des Soldaten kein „privater Tod“ ist, sondern für die Bundesrepublik Deutschland erfolgt, sollte dabei nicht vergessen werden.

Für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge nahm der ehemalige Landesvorsitzende, Staatssekretär a.D. Prof. Dr. Günther Schneider, den Tod Hötzels in Afghanistan zum Anlass an die Verantwortung der Mandatsträger zu erinnern, die den Einsatz in Afghanistan beschlossen und zu verantworten haben. Inwieweit der Einsatz der Streitkräfte von der Öffentlichkeit gewürdigt und wahrgenommen werde, sei dabei einer kritischen Betrachtung wert, denn inzwischen sei nicht einmal mehr ein „wohlwollendes Desinteresse“ (Zit. Bundespräsident Dr. Köhler 2011) an der Bundeswehr in der Bevölkerung wahrnehmbar.

Nach Kranzniederlegung und Schweigeminute verlas Prof. Dr. Schneider das „Einsatzgedenken“ (s.u.), einen Text, der – mehr als das traditionelle Totengedenken des Volksbunds – den Einsatz und dessen Wirkung auf Soldaten und Angehörige fokussiert.

20 Jahre Afghanistan

Der Hauptgefreite Conrad Hötzel starb bei einem Unfall in der Nähe von Faizabad am 14. März 2009 als Soldat der Bundeswehr. Wie er ließen in Afghanistan fast 60 Mann ihr Leben, getreu der Verpflichtung des Paragraphen Sieben Soldatengesetz „Der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen, … .“. Jenes „Treue Dienen“, das den Verzicht auf das Grundrecht der körperlichen Unversehrtheit beeinhaltet, und den Tod am „scharfen Ende“ des Soldatenberufs einschließt. Damit ist der Soldatenberuf eben kein Beruf wie jeder andere.

Die Bundeswehr gilt als „Parlamentsarmee“ und es waren die Abgeordneten des Deutschen Bundestages, die das Afghanistan-Mandat ein ums andere Mal verlängerten. Sie tragen damit die Verantwortung für jeden einzelnen Gefallenen, Verwundeten und Verstümmelten dieses Einsatzes, und die vielen unter den 160.000 Mann, die Afghanistan durchliefen, und an Körper und Seele gezeichnet zurückkehrten. Mögen die Verantwortlichen wohl erwogen haben, ob dieser Einsatz wirklich den Interessen der Bundesrepublik Deutschland diente. Im Juli verließen die letzten deutschen Soldaten Afghanistan. Es ist mithin Zeit, um Bilanz zu ziehen und den Grad der Zielerreichung des Einsatzes zu bewerten.

Conrad Hötzel ruht in einem „Ehrengrab der Bundeswehr“, dessen Pflege die Bundesrepublik Deutschland für 20 Jahre gewährleistet. In Sachsen, und einstweilen nur hier, übernimmt der Freistaat danach – und auf Antrag – die dauerhafte Pflege. Denn anders, als den Toten der Weltkriege, steht den Einsatztoten der Gegenwart kein „ewiges“ Ruherecht zu.

Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge Landesverband Sachsen ist der Wahrung des Andenkens aller Opfer von Krieg und Unrechtsherrschaft verpflichtet. Jenen, die ihr Leben für die Bundesrepublik Deutschland gestern, heute und in der Zukunft einsetz(t)en, gilt unser besonderer Respekt.

Text: Dr. Reitz

 

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