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Meldungen aus dem Landesverband Sachsen
Meldungen aus dem Landesverband Sachsen

Deutsch-griechische Spurensuche auf Kreta

Abschluss des dritten Austauschprojekts Görlitz-Voukolies

Schülerworkcamp Kreta 2026, Deutsch-griechischer Jugendaustausch Görlitz-Voukolies

Schülerworkcamp Kreta 2026, Deutsch-griechischer Jugendaustausch Görlitz-Voukolies Volksbund, LV Sachsen

Für die diesjährige Neuauflage unserer deutsch-griechischen Jugendbegegnung begaben sich 16 Schülerinnen und Schüler des Augustum-Annen-Gymnasiums und des Joliot-Curie-Gymnasiums Görlitz nach Kreta, um sich zusammen mit ihren griechischen Gastgebern mit der gemeinsamen Geschichte auseinanderzusetzen. Am Sonntag, den 8. März, startete das Projekt mit der Abfahrt am frühen Morgen zum Flughafen Berlin, von wo es mit dem Flieger weiter nach Heraklion ging. Die Fahrt vom dortigen Flughafen weiter Richtung Chania vermittelte erste Eindrücke von Kreta. Die Jugendlichen erwartete nun eine Woche mit vollem Programm, denn sie wollten sich zusammen mit ihren griechischen Partnern auf deutsch-griechische Spurensuche begeben. Ausgangspunkt für die thematische Arbeit waren dabei die Kriegsgräber- und Gedenkstätten in Maleme und in den Märtyrerdörfern, die an die schrecklichen Ereignisse während des Zweiten Weltkriegs auf Kreta erinnern.

Die Luftlandeschlacht um die Insel, bekannt unter der Bezeichnung „Unternehmen Merkur“, führte Ende Mai 1941 binnen weniger Tage zu ihrer Eroberung durch die nationalsozialistischen Truppen. Bereits diese Kämpfe zwischen den deutschen Angreifern und griechischen sowie alliierten Verteidigern forderten auf beiden Seiten Tausende Opfer, deren Gräber auf den Kriegsgräberstätten in Maleme (deutsch) und Souda (Commonwealth War Graves Commission) relativ nahe beieinander im Raum Chania liegen.

Hinzu kommen zahlreiche zivile Opfer aus der langen Besatzungszeit, die bis nach dem Kriegsende 1945 andauerte. Besonders in den inzwischen als Märtyrerdörfer bezeichneten Bergdörfern, durch die die Verbindungsstraßen und -wege Richtung Südküste führten, wurde erheblicher Widerstand geleistet. Die Bevölkerung zahlte dafür einen hohen Preis, denn die Besatzer rächten sich mit Massakern und Kriegsverbrechen, an die heute zumeist kleine Denkmäler erinnern, die häufig auch Ruhestätte der Opfer sind. Zu diesen zählten auch viele Frauen und Kinder.

Die gemeinsame Auseinandersetzung mit diesen tragischen Ereignissen, das Kennenlernen anderer Perspektiven und der Austausch mit Zeitzeugen am authentischen Ort trugen dazu bei, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aktiv an der Entwicklung einer auf Versöhnung ausgerichteten gemeinsamen Erinnerungskultur mitwirken konnten. Mit kleinen Gedenkfeiern und dem Niederlegen von Blumen gedachten die Jugendlichen aller Opfergruppen dieser schrecklichen Zeit.

Ziel des Projektes war es, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen, einen Beitrag zum Erhalt der Gedenkorte zu leisten und zusammen Zeichen für eine friedliche Zukunft und die deutsch-griechische Freundschaft zu setzen. Dass dies gelungen ist, wurde nicht nur beim Abschlussfest an der Schule in Voukolies deutlich, bei dem sich die Jugendlichen sowie die griechischen Gastfamilien, bei denen die deutschen Schülerinnen und Schüler die letzten Tage verbracht hatten, versammelten und gemeinsam auf die vergangene Woche zurückblickten, gemeinsam aßen, tanzten und feierten, ohne dabei die historische Tragweite zu vergessen.

Bereits im vergangenen Herbst war die griechische Gruppe auf Besuch in Deutschland. Der Begegnungsteil in Görlitz hatte dabei den Ersten Weltkrieg als historischen Anknüpfungspunkt. Auch im ersten Teil des Projekts begab sich die deutsch-griechische Gruppe auf historische Spurensuche und leistete einen Beitrag, die deutsch-griechische Freundschaft zu intensivieren.
 

Die Begegnung fand im Rahmen des deutsch-griechischen Jugendaustauschs Görlitz-Kreta statt, den der Landesverband Sachsen seit 2016 zusammen mit Partnern aus beiden Ländern organisiert und durchführt. Wir danken dem Deutsch-Griechischen Jugendwerk (DGJW) und der Stiftung Gedenken und Frieden für die finanzielle Unterstützung.